Windrad mit Rekordergebnis

2019 war ein Rekordjahr für die Windkraft in Deutschland. Auch die Anlage der OEKOGENO auf dem Langenhard bei Lahr vermeldet ein außergewöhnlich gutes Ergebnis: Im vergangenen Jahr produzierte sie 6.750 Megawattstunden Strom – fast 20 Prozent mehr als prognostiziert.

Die Anlage vom Typ Enercon 115, die seit 2016 am Netz ist, hat eine Leistung von 3,0 Megawatt und eine Nabenhöhe von 149 Metern. 2019 produzierte sie 6.750 Megawattstunden vergüteten Strom, das sind 118,3 Prozent der prognostizierten Leistung. Die Anlage kann rechnerisch 1.950 Haushalte mit Strom versorgen. „Wir freuen uns sehr, dass die Anlage seit Betriebsbeginn alle Erwartungen erfüllt und vergangenes Jahr sogar übertroffen hat“, so Rainer Schüle, Vorstand der OEKOGENO eG. „Das zeigt, dass Windkraftanlagen auch im Binnenland sehr gute Ergebnisse erzielen können.“

Gemeinde, Anleger*innen und Klima profitieren

Von der guten Leistung profitiert unter anderem die Gemeinde Lahr, die das Gelände, auf dem die Anlage steht, an die OEKOGENO verpachtet hat. Sie erhält für 2019 einen Betrag von rund 29.300 Euro, dies entspricht gemäß Pachtvertrag fünf Prozent der Erlöse und ist doppelt so viel wie 2017 und 2018. Insgesamt hat die Gemeinde inzwischen über 60.000 Euro mit der Windkraft verdient.

Auch die Anleger*innen, die das Projekt finanziert haben, erhalten für das vergangene Jahr 20 Prozent mehr Ausschüttung als im Prospekt angekündigt. „Wir freuen uns sehr, dass davon auch zwei lokale Energiegenossenschaften profitieren, die uns erfolgsabhängige Darlehen zur Realisierung der Anlage gewährt haben“, so Georg Hille, Projektleiter Regenerative Energieprojekte bei der OEKOGENO. „Wir haben bei Projektstart auch Privatpersonen in Lahr angesprochen. Diejenigen, die auf den Zug aufgesprungen sind, können sich jetzt freuen.“

Mit der produzierten Strommenge konnten rund 5.600 Tonnen CO2 eingespart werden. Damit leistet die Anlage einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in der Region.

Physikalisch wurde sogar noch mehr produziert

Physikalisch lieferte die Anlage sogar 7.010 Megawattstunden, vergütet wurden davon allerdings nur 6.750 MWh. „Das liegt am komplizierten Vermarktungsmodell, an das wir gebunden sind“, erläutert Georg Hille. „Wenn zu viel erneuerbarer Strom produziert wird, muss unser Vermarkter damit an die Leipziger Strombörse gehen. Da haben wir zum Teil gar keine Vergütung bekommen.“

Das Ausschreibungs- und Vergütungsmodell sollte aus Sicht der OEKOGENO dringend überarbeitet werden. „Wir sollten den Kraftwerksmix ändern, träge Großkraftwerke sollten kurzfristig auf flexiblere Kraftwerke mit Gas umgestellt und mittelfristig durch kleinere Anlagen mit Erneuerbaren Energien ersetzt werden“, so Rainer Schüle. „Es wäre viel sinnvoller, den Strommarkt regional zu organisieren und den Strom dort zu produzieren, wo er auch verbraucht wird. Die Ausschreibungen für die Anlagen, die bisher bundesweit erfolgen, sollten ebenfalls dezentral organisiert sein, das wäre viel effizienter.“