Mitgliederporträt: Anke Nordt

OEKOGENO-Mitglied seit 2012 und Aufsichtsratsvorsitzende
Wohnort: Greifswald
Alter: 39 Jahre

Ich bin seit 2012 Mitglied, ein Bekannter hatte mich damals auf die OEKOGENO aufmerksam gemacht. Die Themen und die Ziele der OEKOGENO haben mich auf Anhieb überzeugt. Ich bin dann relativ schnell Aufsichtsrätin geworden, seit 2019 bin ich Vorsitzende des Aufsichtsrats.

Nachhaltigkeit ist für mich sehr wichtig. Aber das ist so ein großes Wort, das benutze ich selbst nicht so häufig, wenn dann meistens nur im beruflichen Umfeld. Ich arbeite als Landschaftsökologin mit den Schwerpunkten Praxistransfer und Umsetzung von Paludikultur am Institut für Botanik & Landschaftsökologie der Universität Greifswald. Die Paludikultur beschäftigt sich mit der torferhaltenden landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren, die ein ganz wichtiger Kohlenstoffspeicher sind. Ich gehe täglich der Frage nach, wie wir die Moore schützen und nachhaltig nutzen können.

Meiner Meinung nach ist es schwierig, Leuten irgendetwas vorzuschreiben. Wenn ich zum Beispiel mit Landwirten über die Nutzung von Mooren spreche, geht es vor allem darum, Informationen zu vermitteln und Wege aufzuzeigen. Aber für diejenigen, die die Vorschläge dann konkret umsetzen sollen, ist das natürlich oft eine Herausforderung. Die müssten häufig große Investitionen tätigen und ins Risiko gehen, das macht man nicht einfach mal so.

Natürlich wird das Thema Klimaschutz auch in meinem Bekanntenkreis viel diskutiert. Da frage ich dann schon mal nach, ob das jetzt unbedingt sein muss mit dem Kurzurlaubsflug. Aber penetrant will ich nicht sein. Meine Kinder haben es da schwerer, mit denen diskutiere ich schon darüber, worin sich ein schonender Umgang mit Ressourcen überall im Alltag wiederfindet.

Ich bin überzeugt davon, dass wir eine andere Art des Wirtschaftens brauchen, von der nicht nur einige wenige profitieren. Der Kapitalismus in seiner derzeitigen Form ist nicht zukunftsfähig. Mich hat die Theorie der Gerechtigkeit des US-amerikanischen Philosophen John Rawls inspiriert. „Jede Person hat den gleichen unabdingbaren Anspruch auf ein völlig adäquates System gleicher Grundfreiheiten, das mit demselben System von Freiheiten für alle vereinbar ist“, sagt Rawls, das wäre doch eine gute Handlungsprämisse für Politiker*innen auf allen Ebenen.

Von der OEKOGENO würde ich mir wünschen, dass es mehr Projekte in Norddeutschland gibt. Die OEKOGENO Stiftung, in der ich auch Vorständin bin, hat sich seit kurzem zum Ziel gesetzt, zum Schutz der Moore beizutragen. Das ist ein guter Anfang, denn das ist ein Thema, das auch geografisch in meiner Nähe angesiedelt ist.

www.oekogeno-stiftung.de