Mitgliederporträt: Albrecht Thomas Haller

OEKOGENO-Mitglied seit 2016 (davor bereits Ökobank-Mitglied)
Wohnort: Schiltach im Schwarzwald
Alter: 66 Jahre

Ich beschreibe mich als Mitglied der grün-links-alternativen Bewegung und komme ursprünglich aus der Fairtrade-Bewegung. Darüber habe ich auch schnell ökologische Themen entdeckt. Bei der Ökobank war ich gleich am Anfang dabei. Ich bin Christ, die Bewahrung der Schöpfung ist mir sehr wichtig. Nachhaltigkeit ist für mich eine Selbstverständlichkeit, das versuche ich politisch und persönlich zu leben.

Ich habe in an der Evangelischen Fachhochschule in Ludwigsburg Schwerpunkt Jugend- und Erwachsenenbildung studiert. Damals hat mich die „Aktion e“ („e“ für einfacher Leben) der Diakonischen Werke sehr beeindruckt, da ging es z.B. um Mobilität oder Ernährung. Das ist jetzt fast 40 Jahre her, aber die Themen haben sich kaum verändert.

In meiner Ludwigsburger Zeit war ich durchaus etwas missionarisch unterwegs, wir haben uns die Köpfe heiß diskutiert. Fleisch zu essen ging da zum Beispiel gar nicht. Heute versuche ich einfach, Nachhaltigkeit vorzuleben. Dadurch entstehen oft gute Gespräche. Seit 2001 habe ich kein eigenes Auto mehr, ich nutze ÖPNV, Car Sharing, das Rad oder gehe zu Fuß. Seit ich aufs Land gezogen bin, ist das zwar schwieriger, geht aber auch, da ich ein privat vermitteltes Auto mitbenutze. Da fragen mich die Leute oft verwundert, wie ich das hinbekomme.

Nachhaltigkeit bei mir im Alltag integriert. Ich kaufe so gut es geht nur regional und ökologisch ein. Wenn Gäste bei mir die Schränke aufmachen, wundern Sie sich immer über die Putz- und Reinigungsmittel und sagen, bei mir sähe es aus wie im Bioladen.

Das ist auch wenig verwunderlich, denn ich war lange als Groß- und Einzelhandelskaufmann in dem Bereich unterwegs und habe die Fachhandlung „Pro Terra“ in Stuttgart gegründet und umgesetzt, die faire und ökologische Produkte vertrieben hat. Davor habe ich in Stuttgart gemeinsam mit anderen Idealist*innen das Café Merlin konzipiert und betrieben, das war ein Kultur- und Kollektivcafé, im Schwäbischen damals eine kleine Sensation.

Bei allen beruflichen Veränderungen stand bei mir die immer die Arbeit mit Menschen im Mittelpunkt. Seit Frühjahr 2000 betreibe ich mein eigenes Büro für Projektentwicklung und Coaching. Dazu habe ich mit Ende 40 noch einmal ein berufsbegleitendes Studium im Fach Psychologie absolviert. Ich hatte mich einfach gefragt: „Kommt da noch mal was oder bin ich jetzt für immer der Händler?“ Ich berate jetzt KMUs, ökologisch orientierte Handwerker und Personalleiter*innen und helfe Teams bei ihren Entwicklungen.

Ich möchte, dass mein Geld nachhaltig arbeitet. Ich habe bei der OEKOGENO in Energieprojekte angelegt und auch ein paar andere stille Beteiligungen. Meine wichtigsten Fonds heißen aber Ruth, Julia und Jakob. Das sind meine Kinder, in deren Ausbildung ich investiere.
Mein Wunsch an die OEKOGENO wäre, gerne auch mal ein Projekt im Bereich fairer Handel umzusetzen. Es gibt viele Gruppen und Initiativen vor Ort, die Unterstützung bei der Professionalisierung benötigen.

Homepage von Albrecht Thomas Haller: athaller-beratung.de