Mitgliederportät: Almut Witzel

OEKOGENO-Mitglied seit 2017
Wohnort: Freiburg im Breisgau
Alter: 70 Jahre
Beruf: Lehrerin im Ruhestand


Nachhaltigkeit ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Der Klimawandel hat jetzt schon ein bedrohliches Ausmaß angenommen. Ich will gar nicht daran denken, was passiert, wenn die Permafrostböden auftauen und die Entwicklung durch das Freisetzen von Methan noch verstärkt wird. Und es gibt ja noch weitere Schreckensszenarien. Wir müssen endlich so leben, dass auch kommende Generationen ein gutes Dasein auf dieser Erde haben. Die bisherige Energieerzeugung basiert weitgehend auf der Verbrennung von fossilen Stoffen; es muss jedem klar sein, dass die Vorräte endlich sind und dass die Verwertung der fossilen Energieträger den Klimawandel verschärft. Es geht darum, im Gleichgewicht mit der Natur zu wirtschaften.

Mit dem Thema Energie beschäftige ich mich schon sehr lange. Ich war seit 1974 Lehrerin an der Staudinger Gesamtschule in Freiburg; wir haben dort früh eigene Lehrpläne zu den Themen Energiesparen und Erneuerbare Energien entwickelt. Es war hochinteressant, damals etwas Neues auszuprobieren. Diese Themen und das Problem Klimaerwärmung sind ja spätestens seit den 80er Jahren bekannt.  An unserer Schule wurde Ende der 90er Jahre, u.a. vom Öko-Institut initiiert, das Ecowatt-Projekt (http://www.eco-watt.de), das erste über Bürgercontracting finanzierte „Einsparkraftwerk“ gegründet.  Hierbei ging es darum, Energie einzusparen durch technische Maßnahmen und durch Verhaltensänderung der Nutzer. Die pädagogische Seite habe ich mit einer Arbeitsgruppe aus Schülern, Lehrern und Eltern geleitet. Durch Informationen, Anreize und gute Ideen konnten wir das Thema Energiesparen und Umweltschutz über viele Jahre aktuell halten. Wir konnten enorm viel Wärme, Strom und Wasser einsparen. In dieser Zeit war die Schule eine wirkliche Öko-Schule. Leider ging viel von dem Schwung dahin, als etliche der Aktiven in den Ruhestand gingen. Es ist einfach sehr wichtig, dass Menschen sich engagieren.

Was tue ich persönlich?
Wir haben auf unserem Haus schon seit 1979 eine Solarwärmeanlage, inzwischen sogar die zweite, jetzt mit Heizungsunterstützung. Seit 1993 produziert  eine PV-Anlage auf unserem Dach Strom. Ich versuche, wenig Fleisch zu essen und mich zu Fuß, mit dem Fahrrad und per ÖPNV fortzubewegen. Ganz ohne Fliegen geht es leider nicht, ein Teil unserer Familie lebt in den USA und wir möchten natürlich den Kontakt halten. Wenn wir fliegen, versuchen wir, dies bei atmosfair (www.atmosfair.de) auszugleichen.

Für die Zukunft brauchen wir intelligente technische Lösungen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Wir müssen aber auch unser Verhalten ändern – effizient, nachhaltig, suffizient. Verhalten und Technik müssen zusammen gehen.

Finanziell engagieren möchte ich mich bei konkreten Projekten. Vor etlichen Jahren habe ich einige von den damals neuen Emissions-Zertifikaten gekauft. Das war leider finanziell gesehen ein Flop. Mich beruhigt allerdings, dass mit dem für mich verlorenen Geld doch sinnvolle CO2-Verringerungsprojekte in anderen Ländern gemacht wurden.

Genossenschaftlichen Wohnungsbau finde ich z.B. sehr sinnvoll. Mir ist auch wichtig, dass ich die Menschen kenne, denen ich mein Geld gebe. Zur OEKOGENO sind mein Mann und ich über die Ökobank gekommen. Zudem kennen wir Rainer Schüle, einen der beiden Vorstände, persönlich.